Preisträger 2018

Titel der Arbeit

Fach

Schule

Daniela Pham

Mühlen im Altmühltal

Geographie

Christoph-Scheiner-
Gymnasium






Laudatio für die Preisträgerin Frau Daniela Phan

Beginnen möchte ich meine Laudatio mit einer historischen Analyse wirtschaftlichen Handelns unter fragwürdigsten Arbeitsbedingungen bzw. mit einer nicht ganz ernst gemeinten Interpretation eines Volkslieds:

Es klappert die Mühle am rauschenden Bach.
Der Müller bei Tag und bei Nacht ist stets wach.
Er mahlet das Korn zu dem kräftigen Brot,
und haben wir dieses, so hat’s keine Not.

Diese Verhältnisse - stetige Arbeit bei hoher Dezibel-Belastung und totalem Schlafentzug - führten dann aber zu einem offenbar befriedigenden Ernährungsstatus der Bevölkerung.

Diese Verhältnisse haben auch Daniela Pham keine Ruhe gelassen, und sie hat sich für Mühlen gestern und heute interessiert und sich im Altmühltal umgesehen. Die Ergebnisse ihrer Nachforschungen hat sie in einer beeindruckenden Arbeit aus dem wissenschafts-propädeutischen Seminar "Highlights der Geographie" im Fach Geographie am Christoph-Scheiner-Gymnasium unter dem Titel "Mühlentypen im Altmühltal und ihre aktuelle Nutzung" niedergelegt. Sie hat Mühlen als Vorläufer heutiger Bemühungen um erneuerbare Energien gesehen, ihre Arbeitsweise und verschiedenen Funktionen untersucht und nach ihrer gegenwärtigen Nutzung gefragt. Exemplarisch hat sie fünf Mühlen im Altmühltal besichtigt, Gespräche mit ihren Besitzern geführt und an Hand relevanter Literatur- und Internetquellen weiter recherchiert.

Ihre Ergebnisse hat sie auf einer selbst programmierten Website im Internet dargestellt. Das Erstellen ihrer Website und deren Aufbau beschreibt sie im schriftlichen Teil ihrer Arbeit; an dieser Stelle erwähnt sie auch ihre persönliche Motivation, die sich unter anderem auch ihrem Interesse an erneuerbaren Energien und technischen Innovationen verdankt. Auf diesem Gebiet sieht sie auch ihre berufliche Zukunft. Der User ihrer Website hat das außerordentlich informative Vergnügen, mit Hilfe zahlreicher Links im Mühlenuniversum allgemein und in dem des Altmühltals im Besonderen zu surfen. Sie hat ihre Untersuchungen strukturiert nach den Themen "Altmühltal", "Mühlentypen", "Mühlen".

Die einzelnen Themen sind wiederum unterstrukturiert durch verschiedene weiterführende Links; so erfährt man beispielsweise über das Altmühltal durch die Links "Allgemeines", "Landschaft", "Altmühl" interessante entsprechende Details und Zusatzinformationen über Fluss und Region. Darüberhinaus hat Daniela Pham den Link "Naturpark Altmühltal" in ihre Arbeit eingebaut, unter dem die touristischen Informationen zur Verfügung stehen.

Unter dem Thema "Mühlentypen" hat sie die unterschiedlichen Typen von Wassermühlen und Windmühlen geschildert. Sie hat die Funktionsweisen von Wasser- und Windmühlen untersucht, ihre bis weit in Antike zurück reichende Geschichte skizziert und technische Details beschrieben - so etwa die verschiedenen Formen der Wasserräder im Fall der Wassermühle mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen. Alle Details sind übrigens mit zahlreichen eigenen und übernommenen Fotos und Videos und mit Bauzeichnungen veranschaulicht.

Unter dem Thema "Mühlen" wird die Mühlentechnik allgemein beschrieben (Steinmahlgang, Getreidemühle, Hammerwerk, Sägewerk, Stromerzeugung) und dann im einzelnen die Hammerschmiede Huber in Hexenagger, die Kottingwörther Mühle, die Kunstmühle Stark in Walting, die Obermühle in Mühlbach bei Dietfurt und die Rengnathmühle in Dietfurt beschrieben. Einzelne Links führen zur Geschichte der jeweiligen Mühle, zur Technik und zur Nutzung in Vergangenheit und in Gegenwart. So werden etwa die Hammerschmiede Huber im Hexenagger, die Rengnathmühle und die Obermühle als Museum bzw. Ausstellungsraum genutzt, die Kottingwörther Mühle und die Kunstmühle Stark zur Energiegewinnung.

In ihrem "Fazit" blickt Daniela Pham noch einmal zurück auf die große Vergangenheit der verschiedenen Mühlentypen, betrachtet die gegenwärtige Nutzung für die Stromerzeugung bzw. ihre Funktion als Museum und hebt hier die Möglichkeit hervor, Mühlen als "lebendige Museen" zu einem Lernort zu Geschichte, Technik, Kultur insbesondere für Schüler zu machen. Auch andere Optionen wie Ferienwohnungen, Veranstaltungsorte, Meditations-zentren etc. zieht sie in Erwägung und plädiert insgesamt für eine sinnvolle und kreative Nutzung, um dieses wichtige Kulturgut zu erhalten.

Im Quellenverzeichnis der Arbeit sind die sehr zahlreichen Bild-, Internet- und Literatur-quellen ausführlich und sorgfältig belegt.

Das I-Tüpfelchen auf dieser vielseitigen, kreativen und originellen Arbeit ist das abschließende Quiz, das unter den Titeln "Das Altmühltal", "Die Mühlbachquelle" und "Die Mühlenexperten im Altmühltal" das Wissen des Users prüft; dabei wurde das letztere ("Die Mühlenexperten im Altmühltal") eigens für Daniela Phams Präsentation konzipiert. Für die Reichhaltigkeit dieser Arbeit und Fülle von Informationen spricht übrigens die Tatsache, dass der Jurorin, die sich doch intensiv mit dieser Arbeit beschäftigt hat, beim Quiz nicht nur ein Fehler unterlief.

Wir gratulieren Daniela Pham zu ihrer Arbeit und wünschen ihr für ihre Zukunft alles Gute

Dr. Brigitte König